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William Goldman: Die Brautprinzessin (Klett-Cotta, 14,95 €)
Das Ende des Jahres ist für viele Menschen die Zeit liebgewonnener Rituale. Jedes Jahr erklingt dieselbe Weihnachts-CD und "Drei Nüsse für Aschenbrödel" oder "Der kleine Lord" locken immer wieder vor das Fernsehgerät. Ich hole gerne - nicht jedes Jahr, aber immer mal wieder - an den langen Winterabenden dieses wunderbare Buch von William Goldman aus dem Regal.
"S. Morgensterns klassische Erzählung von wahrer Liebe und edlen Abenteuern. Die Ausgabe der spannenden Teile" (so der Untertitel) beinhaltet alles, was ein Abenteuerroman haben muss: Fechtkämpfe, Folter, Giftmorde, Piraten, Riesen, Schiffe, Schurken, Wunder und ...die große, wahre Liebe. Das Ganze ist aber kein naives Fantasy-Märchen, sondern könnte als ein "Schlüsseltext der literarischen Postmoderne" (Klaus Modick) gelten. (Seine literaturwissenschaftliche Abhandlung finden Sie unter http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/165416/)
Schlichter, aber nicht weniger treffend ist das Urteil des Sängers Campino: "... da steht alles drin, was man über Liebe, Leidenschaft und Sehnsucht wissen muß. Wer das Buch nicht mag, ist nichts für mich."
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Patrck Rothfuss: Die Furcht des Weisen Teil 1 (Klett-Cotta, 24,95 €)
Über drei Jahre haben die deutschen Fans von Patrick Rothfuss auf sein zweites Buch warten müssen ( und die englisch-sprachigen nicht weniger). Seit dem 24. Oktober ist der neue Band der "Königsmörder-Chronik" nun endlich im Handel. In Rothfuss´Blog konnte man in den letzten Jahren verfolgen, wie sich der Erscheinungstermin immer wieder verschob, weil sein Buch immer umfangreicher wurde. (Daher erscheint es auch in zwei Bänden.)
Wie auch immer: Das Warten hat sich gelohnt! Man taucht sofort wieder ein in die Geschichte von Kvothe, dem sagenumwobenen Arkanisten, der sein Leben unerkannt als Gastwirt fristet und seine Lebensgeschichte einem Schreiber diktiert. Eine angenehme Sprache, feiner Humor und eine wirklich fesselnde Story zeichnen auch diesen Band aus. Gut, dass es diesmal nicht so furchtbar lange dauert, bis "Die Furcht des Weisen 2" erscheint: Bereits im Februar 2012 wird ausgeliefert...
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| "Eines Tages wachte ich auf und fand mich in einen Versicherungsvertreter verwandelt." Allein schon für diesen Satz muss man den neuen Roman von Paul Ingendaay lieben! Aber natürlich gibt es noch viel mehr Staunens- Bewunderns- und Liebenswertes auf 460 Seiten.
Wer sich nicht vorstellen kann, völlig fasziniert in das Leben eines Versicherungsvertreters in einem niederrheinischen Dorf zu versinken, der wird hier eines Besseren belehrt. Aus Marko Theunissen, dem Protagonisten aus Ingendaays Debütroman, ist ein hoffnungslos romantisch veranlagter Mann geworden - und ein Vertreter der "Rheinischen" mit eigenem Büro in Kleinhoek. Zwischen seltsamen Kunden, fiesen Kollegen und einer Traumfrau (die leider verheiratet ist) mäandert er durchs Leben. Die zerbrochene Ehe seiner Eltern, das schwierige Verhältnis zu seinen Geschwistern - Markos Jugend prägt auch sein gegenwärtiges Leben.
Fesselnd, humorvoll, sprachlich bestechend: So macht deutsche Literatur Spaß!
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Paula McLain: Madame Hemingway (Aufbau, 19,99 €)
Als Hadley Richardson kurz nach dem Tod ihrer Mutter nach Chicago fährt, trifft sie auf den acht Jahre jüngeren Ernest Hemingway. Der angehende Schriststeller umwirbt sie stürmisch, nach ihrer Abreise schreibt er täglich Briefe. Obwohl eine gemeinsame Freundin sie warnt (und Hadley durchaus Ernests “dunkle” Seiten sieht) heiraten die beiden schließlich und gehen nach Paris.
Jahre mit Höhen und Tiefen liegen vor ihnen, doch am Ende muss Hadley einsehen, dass Ernests Vorstellungen einer Beziehung mit ihren eigenen nicht vereinbar sind. Schließlich trennt sich Hemingway von ihr, um Pauline Pfeiffer zu heiraten, die zweite seiner vier Ehefrauen…
Paula McLain gelingt das Kunststück, den “Mythos” Hemingway gerade so weit zu entzaubern, dass der Leser einen ehrgeizigen, manchmal noch unsicheren jungen Mann entdeckt, der von seiner Frau gefördert und unterstützt wird. Dabei schildert sie die Pariser Jahre so detailliert und atmosphärisch, als sei sie dabei gewesen.
Ein wunderschöner, elegant geschriebener Roman – ich hätte mir kaum vorstellen können, dass mich ein Buch über jemanden, der mich so wenig interessiert wie eben Ernest Hemingway, so fesseln könnte…
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Jochen Mai/ Daniel Rettig: Ich denke, also spinn ich (dtv, 14,90 €)
Dass Menschen keine besonders rationalen Wesen sind, hat sich mittlerweile wohl herumgesprochen. Zum Beispiel im Bereich der Entscheidunsfindung hat der "Bauch" eine Menge mit zu bestimmen. Diese und andere Phänomene sind nicht nur für Psychologen (und die Werbebranche) interessant, sondern auch für Sie und mich und alle anderen Neugierigen.
Wenn Sie also wissen wollen, warum Sie am Wochenende Schnupfen bekommen (Gummiband-Effekt) oder was sich hinter dem Clooney-Effekt verbirgt, machen Sie sich schlauer mit diesem Buch. Neben der Wissensvermittlung bringt es jede Menge Spaß, denn die beiden Autoren, der Wissenschaftsjournalist Jochen Mai und der Diplom-Volkswirt Daniel Rettig, schreiben verständlich, locker und amüsant. |
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Edgar Rai: Nächsten Sommer (Aufbau TB, 8,95 €)
Die Freunde Felix, Marc, Bernhard und Zoe hatten sich eigentlich nur zum gemeinsamen Fussballgucken verabredet. Doch am nächsten Morgen sitzen sie in Marcs uraltem VW-Bus Richtung Südfrankreich…
Denn Felix, der Erzähler, hat das Haus seines Onkels geerbt. Ein Haus am Meer! Aus den unterschiedlichsten Gründen treten sie die Reise ins Ungewisse (Felix war noch nie dort) an: Zoe flieht vor ihrem verheirateten Liebhaber, Bernhard möchte gern an Zoes Seite sein, Marc ist für jedes Abenteuer zu haben und Felix selbst sucht etwas, an dem er festhalten möchte.
Unterwegs passieren erstaunliche und gefährliche Dinge. An einem Rastplatz finden sie die wilde Lillith und Marc verliebt sich auf den ersten Blick in eine traurige Französin. Und das Haus am Meer muss sich Felix sogar in einem Schachduell mit seinem Erzfeind – dem eigenen Vater! – erobern…
Das Buch überzeugt mit seinem leichten, aber nicht leichtfertigen Ton. Auch wenn das eine oder andere Klischee nicht ausgespart wird, unterhält es auf intelligente Weise. Für mich der Sommertipp!
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John Hart: Das letzte Kind (btb, 9,99 €)
Jetzt neu als Taschenbuch: Der beste Krimi seit langer Zeit!!
Johnny ist gerade dreizehn Jahre alt und musste erleben, wie seine Familie zerstört wurde: Seine Schwester Alyssa wurde entführt und ist seit einem Jahr verschwunden. Sein Vater gab sich die Schuld daran und hat die Familie verlassen. Seine Mutter ist seitdem alkohol- und medikamentenabhängig und hat einen sehr gewalttätigen neuen Freund.
Doch Johnny lehnt sich gegen die Umstände auf, niemals will er seine Zwillingsschwester aufgeben. Also forscht er auf eigene Faust weiter, beobachtet Kinderschänder, sucht Stadtteil für Stadtteil ab. Der Einzige, der Verständnis für ihn zeigt, ist Detective Clyde Hunt. Auch er kann den Fall nicht ruhen lassen, den er hatte Johnnys Mutter damals versprochen, Alyssa zu finden…
Gradlinig erzählt, hochgradig spannend – ein Buch, das man nicht beiseite legen kann bis man die letzte Zeile gelesen hat!
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Tony Hawks: Mit dem Kühlschrank durch Irland (Goldmann, 8,50 €)
Nach einem Gelage mit Freunden wacht der englische Comedian Tony Hawks nicht nur mit einem schweren Schädel, sondern auch mit einem "Vertrag" in der Hand auf: Er hat sich verpflichtet, für eine Wette durch Irland zu trampen. In Begleitung eines Kühlschranks! Zwar kann er sich kaum an Einzelheiten erinnern, macht sich aber dennoch mit Eifer daran, die Wette zu gewinnen.
In Irland wird ein Radiosender auf seine ungewöhnliche Reise aufmerksam, so dass der Kühlschrank alsbald überall Freunde findet, die auch seinem Reisegefährten Tony weiterhelfen...
Skurril und witzig!
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Najat El Hachmi: Der letzte Patriarch (Wagenbach, 22,90 €)
Eine spannendes Familienportrait über drei Generationen. Die Erzählerin beginnt diese Geschichte mit der Geburt ihres Vaters Mimoun, des "letzten großen Patriarchen" der Driouchs. Als nach mehreren Mädchen endlich ein Sohn geboren wird, sind die Großeltern überglücklich.
Allerdings beginnt der Junge bald, ihnen Kummer zu bereiten. Von Mutter und den älteren Schwestern maßlos verwöhnt, entwickelt er sich recht bald zu einem regelrechten Egomanen. Seine Wutausbrüche sind gefürchetet - und nicht einmal seine jüngeren Geschwister sind vor ihm sicher. Er schreckt vor brutalen Misshandlungen nicht zurück - das muss auch seine Frau erfahren. Während Mimoun in Spanien arbeitet, um Geld für die Familie zu verdienen, hat er zahlreiche Affairen und auch längere Beziehungen. Die beendet er auch nicht, als seine Familie ihm nach Spanien folgt, seine Ehefrau muss die "Zweitfrau" akzeptieren.
Seine Tochter jedoch, die in Katalonien aufwächst, beginnt sich mehr und mehr aus der Vormundschaft des Vaters zu lösen...
Aufwühlend - und dabei wunderbar erzählt!
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Markku Ropponen: Finnischer Mittsommer (Piper Verlag, 14.95 €)
Der erste Band um den finnischen Privatdetektiv Otto Kuhala wird sicher nicht der letzte aus der Reihe sein, den ich lese!
Wie es sich für einen Finnen gehört, pflegt Ropponen einen etwas verschrobenen Schreibstil - die Figuren sind sympathisch und angemessen exzentrisch.
Kuhala ist ein Privatdetektiv mit genre-(oder landes?-) typischem Hang zu geistigen Getränken, der von einem Ehepaar beauftragt wird, die verschwundene Tochter zu suchen. Wie der Leser erfährt, verschwinden wohl gerade um Mittsommer herum viele finnische Jugendliche - meist tauchen sie auf einem der zahlreichen Rockfestivals auf. Nicht so Suvi - ihre Leiche findet Kuhala zufällig in einem Steinbruch. Außerdem bekommt er es noch mit der Polizei zu tun, da er einen ermordeten Millionär kurz vor dessen Tod aufgesucht hat. Und das alles in einem brütend heißen, trockenen Sommer, der die Menschen zu seltsamem Verhalten treibt...
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Horst Evers: Für Eile fehlt mir die Zeit (Rowohlt Berlin, 14.95 €)
Der Meister der absurd-witzigen Alltagsgeschichten hat wieder zugeschlagen!
Egal ob in der Bahn oder beim Einkaufen: Horst Evers hat einen unglaublich genauen Blick auf die komischen Seiten Deutschlands. Sein trockener Humor und sein schnörkelloser Stil machen das Buch zu einem wahren Lesevergnügen.
Wunderbar sind auch seine Einsichten in das Wesen der Dinge und des Lebens, wie zum Beispiel:
"...Das ist der Lauf der Welt. Mit Brei beginnen wir, mit Brei enden wir. Die Klammer des Lebens, letztlich ist sie das Püree."
Regina Schwan
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Tana French: Sterbenskalt (Scherz Verlag, 16.95 €)
Die Krimis der jungen Irin sind keine nervenzerfetzenden Serienkiller- oder Psychopathen-Thriller, sondern eher Tragödien. Sie führen in menschliche Abgründe und erzählen von den Grausamkeiten, die im Zwischenmenschlichen lauern.
In ihrem dritten Buch steht der Undercover-Ermittler Frank Mackey (der schon in "Totengleich" auftauchte) im Mittelpunkt.
Frank hat seit Jahrzehnten kaum Kontakt zu seiner Familie. Der Vater ist alkoholabhängig und ein Schläger, die Mutter hat sich nie richtig um ihre Kinder gekümmert. Einzig mit seiner jüngeren Schwester Jackie telefoniert er ab und zu. Sie ist es auch, die ihm von dem Koffer erzählt...
Mehr als zwanzig Jahre zuvor wollte Frank nachts mit seiner Freundin Rosie nach London durchbrennen. Stundenlang wartete er, doch Rosie tauchte in jener Nacht nicht auf und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Ihrem Abschiedsbrief entnahm Frank, dass sie sich ohne ihn auf den Weg gemacht hatte. Doch als jetzt in einem abbruchreifen Haus ihre Sachen auftauchen, wird Frank klar, dass er in sein altes Viertel zurückkehren muss, um herauszufinden, was wirklich mit Rosie geschah...
Bis zum Erscheinen des Buches hielt ich "Das letzte Kind" von John Hart für den besten Krimi des Jahres 2010, aber Tana French hat sich noch kurz vor Ablauf des Jahres in meinem persönlichen Krimi-Ranking auf den ersten Platz gesetzt!
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Richard Dawkins: Die Schöpfungslüge (Ullstein Verlag, 24,95 €)
Der Zoologe und Evolutionsbiologe Dawkins erläutert fundiert und unterhaltsam, warum die Evolution keine "Glaubenssache" ist. Er erläutert die Entwicklung der "Theorie" von Charles Darwin bis in die heutige Zeit und widerlegt präzise die Argumente der Kreationisten.
Mit Leidenschaft und britischem Humor stellt er uns "The Greatest Show on Earth" - so der viel passendere Originaltitel des Buches - vor. Eine Offenbarung für alle, die im Biologieunterricht dieses spannende Kapitel nicht richtig zu würdigen wussten...
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Matt Haig: Die Radleys (Kiepenheuer & Witsch, 19.95 €)
Endlich einmal eine wirklich intelligente Vampirgeschichte!
Die Radleys sind "abstinente" Vampire - Helen und ihr Mann Peter ernähren sich wie ihre Nachbarn von Steaks, Salaten, Eintöpfen - gutbürgerlicher Küche eben. Nur auf Knoblauch müssen sie verzichten. Vorbei sind ihre blutsaugerischen Zeiten, seit Helen schwanger wurde. Ihre Kinder Rowan und Clara gelten dennoch als seltsam: Rowan hat trotz Sonnencreme mit LSF 60 Hautprobleme und kann nachts nicht schlafen, seine Schwester liebt Tiere über alles, dennoch flüchten selbst die Vögel aus den Bäumen, wenn sie sich nähert...
Als Clara nach einer Party fast von einem Schulkameraden vergewaltigt wird, wehrt sie sich etwas zu entschlossen und ihre Familie steht vor einem großen Problem: Wohin mit der Leiche, die vor Bisswunden nur so strotzt? Und wie sollen Helen und Peter ihren Kindern erklären, was sie sind?
Als Peter seinen finsteren, charmanten, bluttrinkenden Bruder William zu Hilfe ruft, steuern die Radleys unaufhaltsam auf eine Katastrophe zu...
Witzige Idee, pointenreiche Dialoge: Nicht nur für Vampirfans erstklassige Unterhaltung!
Regina Schwan
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Asfa-Wossen Asserate: Draußen nur Kännchen (Scherz, 18.95 €)
Asfa-Wossen Asserate, Mitglied der äthiopischen Kaiserfamilie, kam in den 60er Jahren zum Studium nach Deutschland. Er studierte Geschichte und Jura in Tübingen und Cambridge und promovierte in Frankfurt am Main. Die Revolution in Äthiopien verhinderte die Rückkehr in seine Heimat.
Seine "deutschen Fundstücke" (so der Untertitel des Buches) sind Kuriositäten, wie sie nur jemandem aus einer anderen Kultur auffallen. Gepflogenheiten, Brauchtümer und Eigenarten seiner zweiten Heimat Deutschland nimmt er liebevoll-ironisch wahr.
Das Buch liest sich wie ein Nachtrag zu seinem Bestseller "Manieren" und ist von einer ebensolchen stilistischen Brillianz. Ein reines Vergnügen!
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Josh Bazell: Schneller als der Tod (S. Fischer, 18,95 €)
Der Titel klingt nicht besonders einfallsreich, aber dahinter verbirgt sich ein wirklich rasanter, origineller Krimi, der mich von der ersten Szene an gefesselt hat: Ein Straßenräuber hät einem Arzt eine Waffe an den Kopf und verlangt Geld. Doch der Doktor reagiert ganz anders als man vermuten würde - und der Dieb findet sich kurze Zeit später im Krankenhaus wieder...
So führt Peter Brown in seinen Alltag als Arzt in einem städtischen Krankenhaus ein. Ein immer gleicher Kreislauf von Stress, Übermüdung und Medikamentenmissbrauch. Doch dann taucht unvermittelt jemand aus seiner Vergangenheit als Patient auf der Krebsstation auf und droht, Peter an seine ehemalige "Familie" zu verraten. Nach und nach enthüllt sich dem Leser Peters früheres Leben als Mafia-Auftragskiller - er hat noch ein paar offene Rechnungen hinterlassen.
Zynisch, cool, und manchmal auch ziemlich blutig - eigentlich nicht unbedingt die Sorte Krimi, die ganz oben auf meiner Leseliste steht. Ich bin aber froh, für Josh Bazell eine Ausnahme gemacht zu haben!
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